Magenbeschwerden (nicht nur zur Weihnachtszeit)

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„Oh Du schwerverdauliche…“ oder „Alle Jahre wieder….“ – für unseren Magen wird die Weihnachtszeit wieder zu einer besonderen Herausforderung, sei es durch die zahlreichen Weihnachtsmärkte mit ihren vielfältigen kulinarischen Angeboten von der Zimtwaffel bis zum Glühwein, vom Anisplätzchen bis zum Festtagsbraten oder sei es durch die besondere psychische Belastung des Weihnachtsstresses. An den Festtagen selbst muss unser Magen mit den Festtagsmenüs fertig werden, sowie mit den dazwischen noch dargereichten selbstgebackenen Köstlichkeiten, die natürlich entsprechend „äschdomiert“ werden müssen. Daher ist es sicherlich nicht verkehrt dieses Organ einmal einer näheren Betrachtung zu unterziehen, auch im Hinblick darauf, wie man ihm bei seiner schweren Arbeit helfen kann.

Der Magen ist ein dehnbarer, elastischer Muskelsack. Er dient zunächst als Vorratsbehälter für unsere genossenen Speisen. Der Mageneingang am unteren Ende der Speiseröhre ist mit einem Schließmuskel versehen – eben jenem Muskel, der normalerweise den Rückfluss des Mageninhaltes in die Speiseröhre verhindert. Mit Hilfe der Muskulatur durchmischt der Magen seinen Inhalt mit der Magensäure und bereitet ihn für die weitere Verdauung im Zwölffingerdarm vor.

Große Bedeutung kommt dabei der Salzsäure zu. Die Salzsäure wird in bestimmten Zellen der Magenschleimhaut erzeugt. Sie ist für die Vernichtung der aus dem Mund verschluckten Bakterien verantwortlich und sorgt dafür, dass im Dünndarm keine Entzündungen entstehen. Außerdem ist sie für die Aktivität des Enzyms Pepsin im Magen zuständig. Dieses körpereigene Enzym kann nun die Eiweiße in ihre Bestandteile aufspalten, denn erst dann kann das Eiweiß über die Schleimhaut im Darm aufgenommen werden.

Damit der Magen sich nicht selbst verdaut, ist er durch die Magenschleimhaut geschützt. Solange so viel Säure gebildet wird, wie für die Verdauung von Speisen erforderlich ist, treten keine Probleme auf. Der Magen befindet sich im Gleichgewicht. Tritt aber eine erhöhte Produktion von Magensäure auf, verursacht dies Beschwerden in Form von Sodbrennen, Magendrücken, Völlegefühl usw.

Beim Erwachsenen hat der Magen ein Fassungsvermögen von etwa einem Liter, ist aber so elastisch, dass er auch mehr aufnehmen kann. Dann wird es allerdings eng und er meldet sich mit Magendrücken. Der Magen ist ein Wunder an Vielseitigkeit. In ihm werden nicht nur die mehr oder weniger gut gekauten Speisen gesammelt und verdaut, vielmehr wird die Nahrung so durchknetet, dass ein inniger Kontakt mit den Verdauungssäften stattfindet. Dabei ist der Magen ständig in Bewegung. Aber er bewegt sich nicht einfach so – beliebig oder zufällig und willkürlich – sondern mit System. Die Bewegungen des Magens sind fein abgestimmt mit unseren Schluckbewegungen und den Bewegungen der Speiseröhre, durch die die Speisen in den Magen gelangen. Kohlenhydrate, z.B. Brot verweilen etwa eine Stunde im Magen, Eiweiße, z. B. Fisch etwas länger und Fette am längsten.

Die Produktion der Magensäfte, die Bildung der Magenschleimhaut und auch die fein auf die Bewegungen der Speiseröhre und des Dünndarms abgestimmten Magenbewegungen – all das wird durch das vegetative Nervensystem so gut gesteuert, dass man nichts davon merkt, solange alles im Gleichgewicht ist. Das innere Gleichgewicht des Magens kann von außen gestört werden. Beschwerden treten dann häufig im Zusammenhang mit dem Essen auf. Darum vermuten viele, sie würden durch die Nahrung verursacht. Das kann zwar sein, ist aber in vielen Fällen ein Irrtum.

Häufig spielt auch eine psychische Belastung, z.B. Stress und Hektik, eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magenbeschwerden. So entsteht ein Teufelskreis, in dem Stress, Hektik und Magenbeschwerden sich gegenseitig verstärken. Der Stress führt zu Magenbeschwerden, die Magenbeschwerden erhöhen den Stress usw. Magenbeschwerden haben oft mehr als nur eine Ursache und brauchen eigentlich eine Behandlung, die auf den ganzen Menschen eingeht.

Hausmittel, wie z.B. Magenbitter helfen da nicht unbedingt immer und können manchmal die Beschwerden noch verstärken. Die kostenlose und unverbindliche Beratung in ihrer Apotheke hilft Ihnen (natürlich nicht nur bei Magenbeschwerden), sich im Dschungel der zahlreichen Arzneimittel zurechtzufinden und die für die jeweiligen Bedürfnisse und Beschwerden passende Lösung zu finden.

Text: Josef H. Fischer- Glockenapotheke St. Wendel

Bild: Pixabay

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